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Zeugeninformationen

1. Allgemeine Hinweise
Wenn Sie beim Amtsgericht Auerbach als Zeuge geladen wurden, nehmen Sie diese Aufgabe bitte sehr ernst und denken Sie daran, dass auch Sie womöglich einmal in eine Situation geraten können, in der Sie einen Zeugen benötigen.

Als Zeuge müssen Sie vor dem Gericht die reine Wahrheit sagen, dürfen nicht Falsches hinzufügen oder die Wahrheit gar wissentlich verschweigen. Aus gutem Grund sieht das Gesetz für falsche Zeugenaussagen schwere Strafen vor. Das Gericht wird Sie vor Ihrer Vernehmung über die Einzelheiten genauestens informieren. Wenn Ihnen durch Ihre Zeugenvernehmung Auslagen entstehen, werden Ihnen diese im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten erstattet. Den Antrag auf Zeugenentschädigung können Sie schriftlich oder persönlich binnen 3 Monaten im Amtsgericht Auerbach Haus A / Erdgeschoss / Zimmer A 207 stellen.

Hinweis zur Entschädigung von Zeugen
Zeugenentschädigungen werden grundsätzlich unbar ausgezahlt. Deshalb muss der Zeuge zum Verhandlungstermin eine Bankverbindung mitteilen; auf diese wird die Auszahlung vorgenommen. Nur im begründeten Ausnahmefall erfolgt die Auszahlung bar.

Eine Barauszahlung ist nur zu den Öffnungszeiten der Gerichtszahlstelle möglich.

Wartebereich vor Sitzungssaal

Wartebereich vor Sitzungssaal
(© AG Auerbach)

2. Antworten auf  häufige Fragen

Viele Menschen, die als Zeugen vor Gericht geladen werden, hatten bislang noch nie etwas mit »der Justiz« zu tun. Ihnen ist daher häufig unbekannt, wie sie sich als Zeugen verhalten sollen, welche Rechte und Pflichten sie haben, wie eine Vernehmung im Einzelnen abläuft, ob sie als Zeuge eine Entschädigung bekommen. Menschen, die selbst Opfer von Straftaten geworden sind und als Zeuge geladen werden, sind dabei in einer besonders schwierigen Situation.

 

Nachfolgend haben wir für Sie Antworten zu häufig von Zeugen gestellten Fragen.

 

Muss man als geladener Zeuge auch vor Gericht erscheinen?

Wenn Sie eine Ladung zu einem Gerichtstermin erhalten, müssen Sie erscheinen. Dies gilt auch dann, wenn Sie der Meinung sind, nichts Wichtiges zum Verfahren beisteuern zu können oder wenn Sie schon einmal ausgesagt haben. Sie sollten für die Anreise genügend Zeit einkalkulieren und auch damit rechnen, dass Sie den Sitzungssaal nicht auf Anhieb finden.
Die Terminkalender der Gerichte sind häufig sehr eng belegt. Verhandlungen können sich auch verzögern. Wenn sich darüber hinaus noch ein Zeuge verspätet, kann dies zu einer für alle Beteiligten unangenehmen Kettenreaktion von weiteren Verspätungen führen.

Aus diesem Grund sollten Sie sich vorsichtshalber auch auf eine Wartezeit einstellen. Sie dürfen sich nämlich – einmal erschienen – nur mit Genehmigung des Gerichts wieder entfernen.

 

Kann man einen Termin verschieben?

Wenn Sie meinen, einen Termin definitiv nicht wahrnehmen zu können, rufen Sie bitte bei Gericht an und teilen Sie dies mit. Sie finden die Telefonnummer und das Aktenzeichen auf Ihrer Ladung. Nur dringende Gründe können Sie für den ursprünglichen Termin entschuldigen. Ein dringender Grund besteht vor allem bei einer ernsthaften Erkrankung. Die Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (gelber Schein) reicht als Entschuldigung nicht aus. Kein dringender Grund sind normalerweise auch berufliche und private Verpflichtungen. Ob eine Urlaubsreise als dringender Grund anerkannt werden kann, kommt auf den Einzelfall an. Sie dürfen einen Termin erst dann guten Gewissens nicht wahrnehmen, wenn Ihnen ausdrücklich bestätigt wurde, dass Sie nicht erscheinen müssen, eventuell kann ein Ersatztermin festgelegt werden. Wenn Sie einem Termin ohne Erlaubnis fernbleiben, können Sie zum nächsten Termin vorgeführt werden. Außerdem kann eine Säumnis erhebliche Kostenfolgen haben, ggf. auch die Auferlegung eines Ordnungsgeldes.

 


 

Wartebereich vor dem Schöffensitzungssaal

Wartebereich vor dem Schöffensitzungssaal
(© AG Auerbach)

Muss man als Zeuge aussagen?

Die wichtigste Aufgabe eines Zeugen besteht darin, vollständig und wahrheitsgemäß auszusagen. Sie helfen dem Gericht sehr, wenn Sie zu einer Vernehmung Unterlagen mitbringen, über die Sie verfügen (Schadensaufstellungen, Atteste, vielleicht sogar ein Gedächtnisprotokoll).

Wenn Sie mit dem Angeklagten bzw. mit den Parteien verheiratet sind oder verheiratet waren oder wenn Sie verlobt sind, müssen Sie nicht aussagen. Gleiches gilt, wenn Sie mit dem Angeklagten oder den Parteien verwandt oder verschwägert sind. Auch wenn ein entfernteres Verwandtschaftsverhältnis besteht, sollten Sie dies angeben. Das Gericht prüft, ob Ihnen dann ein Zeugenverweigerungsrecht zusteht oder nicht.

Schließlich müssen Sie auch einzelne Fragen, durch deren wahrheitsgemäße Beantwortung Sie sich selbst oder Ihre Angehörigen belasten würden, nicht beantworten

Muss man seine Adresse angeben?

Zunächst einmal: Viele Opfer von Straftaten leiden nach der Tat an Ängsten. Sprechen Sie deshalb getrost darüber. Es gibt viele Möglichkeiten Ihnen zu helfen, die nur dann effektiv genutzt werden können, wenn die Mitarbeiter der Polizei und der Justiz von Ihnen auch darauf angesprochen werden.

Besteht Anlass zur Besorgnis, dass durch die Angabe der Adresse Sie oder eine andere Person (z.B. ein Familienangehöriger) gefährdet werden könnten, so kann in Ausnahmefällen Ihre Adresse geheim gehalten werden; dies sollten Sie rechtzeitig den Ermittlungsbehörden bzw. dem Gericht mitteilen.

Müssen die Angeklagten im Strafverfahren in jedem Fall dabei sein?

Bei besonders schwerwiegender Bedrohung oder Belastung eines Zeugen in Strafverfahren kann die Vernehmung im Gericht ausnahmsweise in Abwesenheit des Angeklagten durchgeführt werden. Nicht ausreichend ist dafür allerdings der bloße Wunsch eines Zeugen, nicht mit dem Angeklagten konfrontiert zu werden. Dafür sollte ein Zeuge Verständnis haben. Denn es ist für einen Angeklagten naturgemäß besonders wichtig, belastende Zeugenaussagen selbst mitzuerleben, um sich verteidigen zu können. Das Gericht ist hier gehalten, zwischen den Interessen der Zeugen und den Rechten des Angeklagten gerecht abzuwägen. Die Interessen eines Zeugen gehen aber in jedem Fall dann vor, wenn für den Zeugen - z.B. auf Grund einer allzu großen seelischen Belastung - die dringende Gefahr eines schwerwiegenden Nachteils für die Gesundheit besteht.

Eines muss in diesem Zusammenhang allerdings klar sein: Der Inhalt der Zeugenaussage darf vor dem Angeklagten niemals geheim gehalten werden.

Darf jemand mitgebracht werden?

Zu einer Vernehmung können Sie einen Familienangehörigen oder eine andere Person Ihres Vertrauens mitbringen. Sie können das Gericht darum bitten, in Gegenwart dieses Beistandes aussagen zu dürfen. Ihr Anwalt darf bei Vernehmungen vor Gericht in jedem Fall anwesend sein

Sitzungsaushang

Sitzungsaushang
(© AG Auerbach)

Wie erfährt man vom Ausgang des Verfahrens?

Dem Verletzten einer Straftat ist der Ausgang des gerichtlichen Verfahrens auf Antrag mitzuteilen. Hierfür genügt ein kurzes, formloses Schreiben, in dem Sie unter Angabe des Aktenzeichens als Geschädigter um Auskunft über den Ausgang des gerichtlichen Verfahrens bitten. Bei öffentlichen Verhandlungen können Sie als Zeuge, nachdem Sie entlassen wurden, im Sitzungssaal verbleiben und den Ausgang des Verfahrens mit verfolgen.

 

3. Ansprechpartner für Zeugen

Als Ansprechpartner für weitere Fragen steht Ihnen im Amtsgericht Auerbach

 

Frau Schädlich

  • SymbolBesucheradresse:
    Haus A / 2.OG / Zimmer 404
  • SymbolTelefon:
    (+49) (03744) 83 91 77

Formulare stehen Ihnen auf dem Themenportal der Sächsischen Justiz zur Verfügung

Themenportal der Sächsischen Justiz 

  • »Entschädigung - Antrag des Zeugen mit Verdienstausfallentschädigung«

 

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© Amtsgericht Auerbach