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Informationen für Zeugen

Allgemeine Informationen:

Als Zeuge erfüllt man eine gesetzliche Pflicht. Mit der Aussage trägt man unter Umständen erheblich zur Entscheidung des Gerichtes bei. Die Vernehmung in der Verhandlung ist zur Wahrheitsfindung erforderlich, auch wenn bereits vorher bei der Polizei, dem Staatsanwalt oder einem Richter ausgesagt wurde.

Der Zeuge ist im Falle seiner Verhinderung verpflichtet, dies dem Gericht unter Angabe der Hinderungsgründe umgehend mitzuteilen. Von seiner Pflicht zum Termin zu erscheinen, ist der Zeuge nur dann befreit, wenn dies vom Gericht ausdrücklich mitgeteilt wird.

Erscheint der Zeuge ohne rechtzeitige und genügende Entschuldigung nicht zum Termin, können ihm die durch sein Ausbleiben verursachten Kosten auferlegt werden. Zugleich kann gegen ihn ein Ordnungsgeld und für den Fall, dass dieses nicht beigetrieben werden kann, Ordnungshaft festgesetzt werden. Außerdem kann auch eine zwangsweise Vorführung angeordnet werden.

 

Ablauf einer Verhandlung:

Nach Aufruf der Sache betreten die Zeugen den Sitzungssaal. Die mündliche Verhandlung wird eröffnet und die Zeugen belehrt, dass sie wahrheitsgemäß aussagen müssen, nichts verschweigen dürfen und mit einer Vereidigung zu rechnen haben. Nach dieser Belehrung verlassen die Zeugen den Sitzungssaal und halten sich in der Nähe des Saales für die Vernehmung bereit.
Zwischenzeitlich wird in der Sache selbst verhandelt. Im Rahmen der Beweisaufnahme werden dann die Zeugen in den Sitzungssaal gerufen. Jeder Zeuge wird einzeln in den Sitzungssaal gebeten und in Anwesenheit der Beteiligten (nicht jedoch der später noch zu vernehmenden Zeugen) vernommen.
Der Zeuge wird nach seinen Personalien (vollständiger Name, Alter, Beruf und Anschrift) befragt. Es erfolgt ggf. die Belehrung über sein Zeugnisverweigerungsrecht, insofern der Zeuge mit dem Angeklagten bzw. einer Partei verwandt bzw. verschwägert ist. Er wird zur Sache vernommen. Im Rahmen der Zeugenvernehmung haben das Gericht, ggf. der Staatsanwalt, der Angeklagte und seinVerteidiger bzw. die Parteien und deren Bevollmächtigte das Recht, den  Zeugen zur Sache zu befragen. Nach seiner Aussage entscheidet das Gericht, ob der Zeuge vereidigt wird, danach wird der Zeuge entlassen.

Im Falle einer öffentlichen Verhandlung steht es dem Zeugen frei, die Sitzung im Zuschauerraum weiter zu verfolgen.

 

Aufgrund nicht vorhersehbarer Entwicklungen in der Hauptverhandlung können durchaus zeitliche Verzögerungen eintreten. Das Gericht ist bemüht, Wartezeiten zu vermeiden, jedoch können diese nicht immer verhindert werden.