1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

1856 - 1933

Die Verbindung von Justiz und Verwaltung blieb auch nach Inkrafttreten der neuen Gerichtsverfassung am 1. Oktober 1856 bestehen. Die Königlichen Gerichte wurden durch Königliche Gerichtsämter ersetzt, als übergeordnete Instanz wurden die Königlichen Bezirksgerichte gebildet. Bis auf wenige Ausnahmen lag die Rechtspflege nun in den Händen des Staates. Nach der Verwaltungsreform auf der Grundlage des Gesetzes vom 21. April 1873 waren für Verwaltungsaufgaben auf lokaler Ebene ab 1874 die umgestalteten bzw. neu gebildeten Amtshauptmannschaften zuständig. Der Aufgabenbereich der Gerichtsämter blieb von diesem Zeitpunkt an auf die Jusitz beschränkt. Durch das Gerichtsverfassungsgesetz für das Deutsche Reich vom 27. Januar 1877 ergaben sich auch für Sachsen sowohl einheitliche Normen für die Verfassung und das Verfahren der Gerichte als auch Veränderungen in den Gerichtsstrukturen der ordentlichen Gerichtsbarkeit. Ein Vier-Instanzen-Zug wurde eingerichtet, oberste richterliche Instanz war das Reichsgericht. Für Sachsen war ab Oktober 1879 das Oberlandesgericht Dresden höchste Instanz in Zivil- und Strafsachen. Unterste Instanz waren die neu geschaffenen Amtsgerichte, die in ihrer territorialen Zuständigkeit weitgehend auf den Gerichtsämtern aufbauten.

Im Jahre 1856 ging aus dem Königlichen Gericht das Gerichtsamt Döbeln hervor. Es unterstand dem Königlichen Bezirksgericht Oschatz und besaß die juristischen  Befugnisse und die Verwaltungsbefugnisse für die Stadt Döbeln und 75 Gemeinden im Gerichtsamtsbezirk sowie ab 1874 noch für eine Gemeinde des aufgelösten Gerichtsamtes Hartha. Eine Trennung dieser Befugnisse erfolgte durch die Neustrukturierung der Gerichtsorganisation: Ab 1874 war für Angelegenheiten der Verwaltung die Amtshauptmannschaft Döbeln zuständig, für Justizangelegenheiten ab 1879 das Amtsgericht Döbeln. Die Zuständigkeit erstreckte sich nun auf die Stadt Döbeln und 77 Landgemeinden. Unterstellt war das Amtsgericht Döbeln dem Landgericht Freiberg.

In den Jahren 1899 bis 1900 wurde das Amtsgerichtsgebäude errichtet und seit dieser Zeit auch als solches genutzt.