1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

2. Epoche 1933 - 1945

Diese erfreuliche Phase endete 1933 mit der Übernahme der gesamten politischen Gewalt durch den Nationalsozialismus. Die Vollzugs-gestaltung war hart und schikanös. Möglicherweise starben Gefangene an den Haftbedingungen. Hinrichtungen fanden in der Anstalt I nicht statt; die Zweiganstalt II diente aber als Durchgangsstation für zum Tode Verurteilte. Der nationalsozialistische Staat versuchte Ansehen zu gewinnen, indem er inländischen und ausländischen Besuchern Bautzen bis etwa 1941 als - scheinbares - Vorzeigegefängnis präsentierte. Politische Gefangene wurden in Bautzen insbesondere in der Anfangszeit und in der Endzeit des Nationalsozialismus untergebracht. Bevor der namhafteste von ihnen, Ernst Thälmann, vom 11.08.1943 bis 17.08.1944 hier inhaftiert war, und die Anstalt dadurch mindestens bei Kommunisten weiter bekannt wurde, war der Ruf der Anstalt längst gekippt. In den dreißiger Jahren gehörte Bautzen I zu den sieben größten Gefängnissen in Deutschland und mit der Zweiganstalt II zu den drei größten. Möglicherweise verbreitete sich der Ruf der Anstalt nur regional in Sachsen und vielleicht noch in Mitteldeutschland, nicht aber im Westen Deutschlands.
Bemerkenswert ist, dass während der nationalsozialistischen Herrschaft im Zuchthaus Brandenburg an der Havel 2.743 Todesurteile, davon 1.722 aus politischen Gründen vollstreckt wurden und 652 Gefangene an den Haftbedingungen starben, Brandenburg aber nicht so negativ bekannt geworden ist wie Bautzen.


Marginalspalte

Justizvollzug in Sachsen

Allgemeine Informationen sind nachstehend im Themenportal Justiz zu finden:

© Justizvollzugsanstalt Bautzen