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Behandlungsmaßnahmen

Für Gefangene bestehen insbesondere folgende Behandlungsangebote:

  • Angebote zur Aufarbeitung persönlichkeitsbezogener Defizite, insbesondere psychologische und psychotherapeutisch orientierte Betreuung im Rahmen von Einzelgesprächen und Gruppenmaßnahmen, wie zum Beispiel dem Achtsamkeitstraining oder spezifischen Behandlungsprogramme für Gewalttäterinnen
  • Reasoning & Rehabilitation-Programm: Dieses kognitiv-behaviorale Gruppenprogramm soll Gefangene befähigen, persönliche Defizite aufzuarbeiten und Lösungsstrategien zu entwickeln.
  • Mütter-Kompetenz-Training: Viele Gefangene sind Mütter von minderjährigen Kindern und kehren nach ihrer Entlassung in den familiären Haushalt zurück bzw. es ist eine Rückführung fremduntergebrachter Kinder angedacht. Die Gefangene weisen aber im alltäglichen Umgang mit ihren Kindern Defizite bei sozialen bzw. Erziehungskompetenzen auf. Deshalb sollen die weiblichen Gefangenen, die Mütter von minderjährigen Kindern sind, befähigt werden, die Erziehung ihrer Kinder bewusst und dem Kindeswohl entsprechend wahrzunehmen. Sie werden im Rahmen des Trainings sensibilisiert, die individuellen Bedürfnisse ihrer Kinder zu erkennen und adäquat darauf einzugehen. Zudem sollen sie mit zur Verfügung stehenden Unterstützungs- und Hilfemöglichkeiten vertraut gemacht werden.
  • Soziales Kompetenztraining: Dieses Gruppenangebot dient der Vermittlung sozialer Kompetenzen im zwischenmenschlichen Umgang. Die behandelten Themen sind unter anderem Körpersprache, Selbst- bzw. Fremdwahrnehmung, Verhalten in Konfliktsituationen, Kommunikation und Selbstsicherheit.
  • Sozialtherapeutische Abteilung: Die sozialtherapeutische Abteilung verwirklicht den gesetzlichen Auftrag gemäß § 17 SächsStVollzG und § 14 SächsJStVollzG, indem sie ein umfassendes therapeutisches Behandlungsprogramm unter der Mitwirkung von Psychologen, Sozialarbeitern, Kunsttherapeuten sowie ausgewählten Mitarbeitern des allgemeinen Vollzugsdienstes mit dem Ziel anbietet, eine diagnostizierte erhebliche Gefährlichkeit von weiblichen Gefangenen zu reduzieren.
  • Motivationsabteilung: Ein Großteil der weiblichen Gefangenen ist zum Zeitpunkt der Inhaftierung drogenabhängig. Die Behandlung auf der Motivationsstation ist darauf ausgerichtet, dass die Gefangenen grundlegende Fertig- und Fähigkeiten für eine perspektivisch angezeigte Suchtmittelentwöhnungsbehandlung erlernen. Die Motivation für eine Therapie soll durch die Maßnahmen auf der Station weiter gefördert und gestärkt werden. Eine bedeutende Rolle kommt hierbei dem längerfristigen Verzicht auf den Umgang und/oder Konsum von Suchtmitteln zu. Das Anliegen besteht weiterhin in der physischen und psychischen Stabilisierung sowie im Erlernen und dem Zuwachs von sozialkompetentem Verhalten.
  • Kunsttherapie: Nicht immer kann mit Worten ausgedrückt werden, was einen innerlich bewegt. Die Kunsttherapie bietet den inhaftierten Frauen einen geschützten Raum, in dem Gedanken und Gefühle ihren Ausdruck finden können. Das Gestalten mit Farben, Stift, Ton und anderen Materialien ermöglicht eine Sprache jenseits der Worte und eröffnet einen Freiraum, der es erlaubt andere Seiten an sich kennenzulernen und zu zeigen. Verschüttete Ressourcen können entdeckt, andere Blickwinkel eingenommen werden. In weitgehend selbstbestimmten, ergebnisoffenen Gestaltungsprozessen wird die Wahrnehmungsfähigkeit verfeinert und die Selbstverantwortung gestärkt. Innere Spannungen und Druck können abgebaut werden. Oft zeigen sich persönliche Themen, die gestalterisch umgesetzt und vertieft bearbeitet werden können. Darüber hinaus stärkt die Freude über gelungene Werke  das Selbstwertgefühl. Die Kunsttherapie wird als Einzel- und Gruppenarbeit sowie als künstlerische Projektarbeit und im "Offene Atelier" angeboten.
Projekte der Kunsttherapie

Projekte der Kunsttherapie
(© JVA Chemnitz)

  • Externe Suchtberatung: Dieses Angebot dient der Ursachenfindung des Suchtmittelkonsums sowie der Vorbereitung entsprechender therapeutischer Maßnahmen. Weiterhin werden Verläufe des Konsumverhaltens analysiert und Strategien zum Umgang mit Risikosituationen entwickelt.
  • Insbesondere zur Vorbereitung der Entlassung der Gefangenen aber auch während der Haft werden Schuldner- und Berufsberatung sowie Bewerbungstraining angeboten, um den Frauen Perspektiven für die Zukunft in Freiheit zu eröffnen.
  • Behandlungsmaßnahmen werden in der Justizvollzugsanstalt Chemnitz außerdem durch die Bediensteten des mittleren allgemeinen Vollzugsdienstes angeboten. Durch verschiedene Projekte (z.B. „Kulturelle Weltreise – Andere Länder – Andere Sitten“, "be fit, be fair", e|m|o-processing®-"knitting-loom) tragen die Bediensteten unmittelbar zur Resozialisierung der Gefangenen maßgeblich teil.

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Hinweis

Die hier angebotenen Formulare wurden mit der Software Adobe® Reader® getestet.

© Justizvollzugsanstalt Chemnitz