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Hinweise zur Bewerbung für die Aufnahme in der Mutter-Kind-Abteilung

Die Mutter-Kind-Wohngruppe

in der Justizvollzugsanstalt Chemnitz hat das Ziel, eine Trennung von Mutter und Kind während der Haftzeit und somit eine Fremdunterbringung für das Kind zu vermeiden. Diese Wohngruppe ist für bis zu 5 Mütter mit Säuglingen und Kleinkindern bis zu 3 Jahren als offene Vollzugsform konzipiert. Die dort untergebrachten Frauen sollen während ihrer Zeit in der Justizvollzugsanstalt Chemnitz in ihrer Rolle als Mutter gestärkt und gefestigt werden. Damit soll präventiv einer häufig problematischen Entwicklung der Kinder bei Trennung von der Mutter entgegengewirkt werden. Das Ziel ist es, Behandlungs- bzw. Erziehungsprozesse sowohl bei der Mutter als auch beim Kind einzuleiten, die die soziale Entwicklung fördern und die Mutter-Kind-Beziehung intensivieren.

Die Aufnahme in die Mutter-Kind-Einrichtung ist nur unter bestimmten Bedingungen möglich und zwar

  • die Mutter muss für eine Unterbringung im offenen Vollzug geeignet sein. Insbesondere darf nicht zu befürchten sein, dass sich die Gefangene dem Vollzug entzieht oder die gelockerten Bedingungen zur Begehung von Straftaten missbraucht
  • die voraussichtliche Vollzugsdauer der Mutter überschreitet nicht die Vollendung des 3. Lebensjahres des Kindes
  • die Mindestaufenthaltsdauer des Kindes beträgt vier Monate, ausgenommen der Kinder, die während der Haft geboren wurden
  • das zuständige Jugendamt stimmt einer gemeinsamen Unterbringung zu
  • zur finanziellen Absicherung des Kindes liegen die Nachweise über Kindergeld, Elterngeld, Unterhaltsleistung durch den Kindesvater bzw. Unterhaltsvorschusserklärung durch das zuständige Jugendamt vor und es wird eine bestehende Krankenversicherung des Kindes nachgewiesen
  • es liegen keine erhebliche Organstörungen oder eine schwerwiegende Behinderung des Kindes, die eine ständige ärztliche Versorgung erforderlich macht, vor
  • es wird ein aktuelles Attest (nicht älter als 3 Tage) eines Kinderarztes über den Gesundheitszustand des Kindes und die medizinische Unbedenklichkeit für diese Unterbringungsform vorgelegt.

Ausgeschlossen von der Unterbringung sind daher im Regelfall Frauen,

  • bei denen eine Drogen-, Alkohol- oder Medikamentenproblematik vorliegt
  • eren Kinder eine erhebliche Organstörungen oder schwerwiegende Behinderungen, die eine besondere medizinische Versorgung erforderlich machen, aufweisen
  • mit Kindern mit infektiösen Krankheiten (z.B. Hepatitis oder Röteln)
  • die aus anderen Gründen nicht in der Lage sind, die Kinder weitgehend selbst zu versorgen (z.B. bestehende Kaufsucht)
  • bei denen das Jugendamt Inhaber des elterlichen Sorgerechtes bzw. des Aufenthaltsbestimmungsrechtes ist und der Unterbringung nicht zustimmt
  • deren Kinder außerhalb der Haft deutlich besser untergebracht sind

Der Aufnahme in die Mutter-Kind-Abteilung ist ein Prüfungsverfahren vorgeschalten, das auch bereits mit in Freiheit befindlichen Frauen mit Kindern durchgeführt werden kann. Bitte wenden Sie sich daher rechtzeitig vor dem Strafantritt an den zuständigen Vollzugsabteilungsleiter der Justizvollzugsanstalt Chemnitz (Tel.: 0371/5295-400) oder die Sozialarbeiterin (0371/5295-409). Vor der Entscheidung über die Aufnahme wird das zuständige Jugendamt gehört. Bitte nehmen Sie daher schon selbständig mit dem betreffenden Jugendamt Verbindung auf. Ebenso sollten Sie für die beizubringenden Bescheinigungen über den Gesundheitszustand des Kindes Ihren Kinderarzt kontaktieren und sich bei Ihrer Krankenversicherung um die Erlangung eines Krankenversicherungsnachweises bemühen. Es obliegt den Müttern, sich um die Krankenversicherung für ihr Kind zu kümmern, weshalb Sie sich rechtzeitig über die Voraussetzungen erkundigen sollten.

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Hinweis

Die hier angebotenen Formulare wurden mit der Software Adobe® Reader® getestet.

© Justizvollzugsanstalt Chemnitz