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Mediation

Mediation im Gerichtsverfahren

Das Landgericht Dresden bietet den Parteien als zusätzliches Angebot und als weitere Chance einer besseren Konfliktlösung die Mediation im Gerichtsverfahren durch ein freiwilliges Vermittlungsgespräch durch einen neutralen Richtermediator an.

Was ist Mediation?

Mediation ist ein Verfahren, in dem die Streitparteien mit Unterstützung des richterlichen Mediators ihren Konflikt selbständig lösen. Der Mediator vermittelt im Konflikt, schafft eine konstruktive Gesprächsatmosphäre und sorgt für einen fairen Umgang der Parteien miteinander. Ihm steht jedoch keine Entscheidungskompetenz zu. Der Mediator beschränkt sich darauf, die Parteien dabei zu unterstützen, selbst eine sinnvolle, nachhaltige Lösung ihrer Probleme zu erarbeiten. 

In fast jedem Konflikt lässt sich eine - oftmals verborgene - Lösung finden, die für alle Streitparteien akzeptabel oder sogar besonders günstig sein kann. Mediation ist die Kunst, diese Lösung zu finden. Der Mediator bedient sich eines bestimmten Verfahrens, um die Kommunikation zu fördern und so Bewegung in fest gefahrene Konflikte zu bringen. 

Empirische Untersuchungen belegen, dass die Beteiligten mit dem Mediationsprozess und dessen Ergebnissen überdurchschnittlich zufrieden sind. Die Einigungsquote liegt regelmäßig bei 80 %. 

Benötigt man für die Mediation einen Rechtsanwalt?

Der richterliche Mediator erteilt den Parteien keinen Rechtsrat und nimmt keine Bewertung oder Einschätzung der Erfolgsaussichten der Klage oder des Rechtsmittels vor. Da das Recht aber Bestandteil der Mediation ist -auch hier werden Stärken und Schwächen der jeweiligen Rechtsposition und die Möglichkeit einer Streitentscheidung im gerichtlichen Verfahren mit thematisiert und erwogen - ist regelmäßig auch im Mediationsverfahren die anwaltliche Beteiligung und rechtliche Beratung erforderlich und vorteilhaft. Der Rechtsanwalt hilft der Partei im Übrigen auch dabei, die für die jeweilige Konfliktlösung notwendigen Tatsachen in das Gespräch einzubringen. 

Welche Vorteile hat eine Mediation gegenüber einem gerichtlichen Verfahren?

Die Mediation kann für die Streitparteien im Vergleich zum gerichtlichen Verfahren in vielerlei Hinsicht vorteilhaft sein. Insbesondere kommen folgende Vorteile in Betracht:

Im Rahmen der Mediation steht mehr Zeit zur Verfügung. Hintergründe des Konflikts und die Interessen der Beteiligten können besser herausgearbeitet und berücksichtigt werden. Im Mittelpunkt der Mediation stehen die Parteien und das, was sie im Hinblick auf ihren Konflikt zu sagen haben.

  • Die Beteiligten selbst bestimmen, wie der Konflikt gelöst wird. So kann eine tragfähige Beziehung der Parteien für die Zukunft erhalten oder wieder geschaffen werden.
  • Durch die Mediation können auch weitere Konflikte, die die Beteiligten belasten, ggf. auch durch Einbeziehung Dritter, gelöst und beigelegt werden.Von daher versucht eine Mediation auch Konfliktfähigkeit zu stärken. Die Parteien sollen auch weiterhin miteinander reden und handeln können.
  • Die Mediation ist  vertraulich; Vertraulichkeit wird auch gegenüber dem Streitrichter zugesagt.

Was kostet die Mediation? Was ist mit dem gerichtlichen Verfahren?

Durch die Inanspruchnahme der Mediation entstehen keine zusätzlichen Gerichts- oder Anwaltskosten.

Für die Dauer der Mediation wird das gerichtliche Verfahren auf und nach übereinstimmendem Antrag der Beteiligten zum Ruhen gebracht. Ist die Mediation erfolgreich, endet sie mit einer schriftlichen und - wenn erwünscht - auch vollstreckbaren Vereinbarung. Das gerichtliche Verfahren endet, je nach Parteivereinbarung, durch gerichtlichen Vergleich, übereinstimmende Erledigungserklärung, Klagerücknahme oder Rücknahme von Rechtsmitteln. Scheitert die Mediation, wird das gerichtliche Verfahren wieder aufgenommen und vom gesetzlichen Richter, der mit dem Richtermediator keinesfalls personengleich ist, weitergeführt, so dass das Mediationsverfahren, auch wenn es ohne Erfolg geblieben ist, keinerlei nachteilige Auswirkungen auf das dann notwendige gerichtliche Verfahren hat.