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Pressemitteilungen 2007

26.11.2007 - Termintipp - Schmerzensgeld für Foul beim Fußball?

Der für Sportrecht zuständige 13. Zivilsenat wird sich am kommenden Mittwoch mit der Klage eines Fußballers beschäftigen, der bei einem Punktspiel in der 1. Kreisklasse erheblich verletzt wurde und nun von einem Spieler der gegnerischen Mannschaft Schmerzensgeld und Ersatz des Vermögensschadens fordert.


Zum Sachverhalt:
Der Kläger war im April 2004 beim Lauf auf das gegnerische Tor von einem Gegenspieler zu Fall gebracht worden und erlitt hierbei  einen Durchbruch des  durch einen Schienbeinscho-ner geschützten Waden- und  Schienbeines. Er musste deswegen 12 Tage stationär behandelt und mehrfach operiert werden. Er war ein Jahr lang arbeitsunfähig krank geschrieben und leidet nach eigenen Angaben bis heute unter erheblichen Schmerzen. Wegen der bestehenden Funktionsminderung des Beines ist er zu 20% behindert.
Der Kläger behauptet, der Beklagte habe ihm die Verletzung durch ein grobes Foul zugefügt. Er habe ihn - unter Verstoß gegen Spielregel 12 des Deutschen Fußballbundes - von hinten in die Beine getreten, ohne dass eine Chance bestanden habe, den Ball zu erreichen. Der Beklagte beruft sich darauf, beide Parteien hätten in Form eines so genannten Pressschlags mit großer Wucht zugleich gegen den Ball getreten.

Der Kläger verlangt nun rund 2.500 € Schadenersatz  für Verdienstausfall, Zuzahlung für Heilbehandlung etc. und Schmerzensgeld in Höhe von 22.000 €.
Das Landgericht Chemnitz hat der Klage nach Vernehmung zahlreichen Zeugen stattgegeben. Zwar unterliege die Haftung bei Verletzungen, die bei einem Fußballspiel zugefügt würden, besonderen Voraussetzungen. Die Eigenart dieses Sports bringe es mit sich, dass regelmäßig mit besonderem Einsatz gekämpft werde und daher eine erhöhte Gefahr von Verletzungen bestehe, die von den Beteiligten regelmäßig in Kauf genommen werde. Nach Auffassung des Landgerichts hat der Beklagte hier aber die Grenzen dessen überschritten, was im Rahmen eines sportlichen Kampfspiels an Härte und Verletzungsrisiko hinzunehmen sei. Gegen das Urteil hat der Beklagte Berufung eingelegt.

Az.: 13 U 1364/07
Mittwoch, 28.11.2007, 15.00 Uhr, Saal 2.5      
M. W. ./. M.K.

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