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Das Ständehaus

Zur Geschichte des Ständehauses

Das Ständehaus wurde von Paul Wallot von 1901 bis 1906 erbaut und ist damit in der Elbsilhouette Dresdens das jüngste Gebäude. Das alte Finanzhaus, das Charonische Haus und das Brühlsche Palais wurden seinerzeit abgebrochen, um Platz für das monumentale neue Landtagsgebäude im Renaissancestil zu erhalten.

Mit seinem zurückhaltendem Bauschmuck ist das Bauwerk, gebaut auf einem trapezförmigen Grundriss, streng gegliedert. Es besitzt eine neunachsige Fassade hin zum Schloßplatz mit einem mächtigen dreiachsigen Mittelrisaliten (-vorbau). Der Turm wird bekront von einer vergoldeten Figur, der »Saxonia«, die 1905 von Johannes Schilling erschaffen wurde. Das Gebäude selbst besteht aus schwerem Ziegelbauwerk. Die äußere Verkleidung wurde aus »bestem sächsischen weißen wetterfestem Material« vorgenommen, dem Sandstein.

Die Innenausstattung erarbeiteten Otto Gußmann, Wilhelm Kreis und Richard Riemerschmied. Teilweise waren in der Bauphase ein Dutzend Maler und ebenso viele Bildhauer beschäftigt. Die erschaffene Kunst fiel größtenteils am 13. Februar 1945 dem Feuer der Zerstörung zum Opfer. Barocke Figuren, z.B. zwei Wandbrunnen und vier Sandsteinplastiken (»Weisheit«, »Wachsamkeit«, »Flora« und »Meleager«) stammen aus dem damaligen Palais Brühl, um 1750 erschaffen von dem Künstler Lorenzo Matielli. Die beiden Wandbrunnen sind heute seitlich im Vestibül der Eingangshalle angeordnet, die Skulpturen Weisheit und Wachsamkeit stehen im Eingangsvestibül des Turmes von der Brühlschen Terrasse her.

Das Ständehaus diente seiner Bestimmung nur 26 Jahre. Am 14. Oktober 1907 fand in dem Gebäude die erste Sitzung des Sächsischen Landtages statt. Am 21. Februar 1933 schlossen sich nach der letzten Sitzung für den Parlamentarismus die Türen. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg bezog das Landesamt für Denkmalpflege einige Räume und begann bereits 1945 in kleinen Schritten mit der Enttrümmerung und legte damit den Grundstein für sein heutiges Arbeitsdomizil im Dachgeschoss des Hauses. Die Sächsische Staatsregierung hat 1994 das Oberlandesgericht als neuen Hausherrn bestimmt und zugleich bewusst an die parlamentarische Tradition und ursprüngliche Funktion des Gebäudes angeknüpft und für den Präsidenten des Sächsischen Landtags einige repräsentative Räume eingerichtet.

Der Neu- und Umbau vollzog sich von 1996 - 2001. Den architektonischen Schwerpunkt bildet der Gerichtssaalkubus, der 7 Gerichtssäle aufnimmt und auf eigenem Fundament als »Haus im Haus« an der Stelle des zerstörten großen Plenarsaales errichtet wurde. An der Stelle des kleinen Landtagssaales entstand der Große Saal im 2. Stock als Festraum für alle drei Nutzer des Gebäudes. Ihn dominieren kräftig rote Wandscheiben, die von silberfarbenen Edelstahlfiguren der Künstlerinnen Angela Hampel und Gudrun Trendafilov geschmückt werden. Auch gegenüber im Begegnungsraum des Landtages findet sich Kunst im Bau,  die Künstlerinnen haben mit Schablonenmalerei einen umlaufenden Figurenfries gestaltet. Das Farbglasfenster »Recht und Gesetz« im Foyer stammt von Marion Hempel.

Den Architekten gelang es, der Leistung Wallots und der erhaltenen Bausubstanz Respekt zu zollen und zugleich im Rahmen des neuen Nutzungskonzeptes durch Lichtführung und Materialauswahl zeitgemäße Arbeitsbedingungen zu schaffen.

Im Forum im Oberlandesgericht Dresden (Erdgeschoss) werden regelmäßig Kunstausstellungen gezeigt.

Öffnungszeiten: Mo. - Fr. von 8.00 bis 17.00 Uhr.


Englisch "A brief history of the Ständehaus"

Französisch ("Histoire du Palais des Etats")

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Bildergalerie


historische Aufnahme - Brühlsche Terrasse


historische Aufnahme - Ständehaus


historische Aufnahme - Großer Plenarsaal


Ständehaus heute - Ansicht vom Schloßplatz


Ständehaus heute - Begegnungsraum des Landtagspräsidenten


Ständehaus heute - Gerichtssaalkubus


Ständehaus heute - Festsaal

© Oberlandesgericht Dresden