Sächsisches Oberverwaltungsgericht Bautzen
Urteil
6 A 2/18
22.10.2020
Leitsatz:
1. Das Verlangen eines Fachgesprächs i. S. v. § 11 Abs. 2 Nr. 1 TierSchG a. F. steht nicht im Ermessen der Tierschutzbehörde. Ist die Sachkunde der die Tätigkeit als Hundetrainer verantwortlichen Person durch Nachweise i. S. v. § 11 Abs. 1 Satz 3 TierSchG a. F. belegt, hat der Betreiber der gewerbsmäßigen Hundeschule einen Anspruch auf die Erlaubnis nach § 11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 8 Buchst. f TierSchG, sofern die sonstigen Erlaubnisvoraussetzungen gegeben sind.

2. Das Fachgespräch stellt ein besonderes Mittel der Sachaufklärung dar. Mit § 11 Abs. 2 Nr. 1 Halbs. 2 TierSchG a. F. konkretisiert der Gesetzgeber die allgemeine Amtsermittlungspflicht der Tierschutzbehörde (§ 1 Satz 1 SächsVwVfZG i. V. m. § 24 Abs. 1 VwVfG) sowie die Mitwirkungslast des Antragstellers (vgl. § 26 Abs. 2 Satz 3 VwVfG).
Schlagwörter: Gewerbsmäßige Hundeausbildung,
Nachweis der Sachkunde,
Ausbildung,
Beruflicher oder sonstiger Umgang mit Tieren,
Fachgespräch
Rechtsvorschriften: GG Art. 12 Abs. 1,
TierSchG § 11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 8 Buchst. f,
TierSchG § 21 Abs. 5 Satz 1,
TierSchG § 21 Abs. 5 Satz 2,
TierSchG a. F. § 11 Abs. 2 Nr. 1,
TierSchG a. F. § 11 Abs. 1 Satz 1,
TierSchG a. F. § 11 Abs. 1 Satz 2
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