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Pressemitteilungen 2008

04.07.2008 - Kein Sterbeservice auf Rechnung

Justizminister Mackenroth: Erwartungsdruck zu sozialverträglichem Frühversterben verhindern

Justizminister Geert Mackenroth hat heute in Berlin begrüßt, dass die Länder über Parteigrenzen hinweg zumindest zu der gemeinsamen Entschließung gefunden haben, die gewerbliche Suizidbeihilfe noch in diesem Jahr unter Strafe stellen zu wollen.

»Es geht darum, der Kommerzialisierung der Sterbehilfe frühzeitig entgegenzutreten. Ich möchte unsere Bürger vor Organisationen und Einzelpersonen schützen, die aus Gewinnstreben heraus am Freitod verdienen wollen. Deshalb sollten wir die gewerbliche Suizidbeihilfe ahnden und gleichzeitig Palliativmediziner, Hospize und Angehörige in Schutz nehmen. Um es auf den Punkt zu bringen: Hilfe beim Sterben ja, aber nicht durch Geschäftemacher, kein Sterbeservice auf Rechnung.«
 
In Deutschland haben sich bereits sogenannte Sterbehilfeorganisationen etabliert, die der breiten Masse der Bevölkerung eine schnelle und effiziente Möglichkeit für einen Freitod versprechen. Im Vordergrund steht dabei nicht ein zuverlässiges und kontrolliertes Beratungsangebot mit lebensbejahender Perspektive, sondern allein die Abwicklung eines bereits gefassten Selbsttötungsentschlusses. Diese Organisationen versprechen sogar jungen oder nicht unheilbar oder psychisch erkrankten Menschen eine angeblich leichte Selbsttötungsmöglichkeit. Eine bloße staatliche Kontrolle der Sterbehilfeorganisationen wäre nicht ausreichend. Erfahrungen aus den Niederlanden zeigen, dass die dort zur Kontrolle vorgesehene Anzeigepflicht in der Praxis in nahezu 50 % der Fälle unterlaufen wird.

Justizminister Geert Mackenroth: »Ich respektiere den Wunsch eines Todkranken nach einem seinen individuellen Vorstellungen entsprechenden Lebensende, wenn er auf einer wohlüberlegten und selbstbestimmten Überlegung basiert. Wir dürfen diese Menschen aber nicht mit gelegentlich heils-bringend daherkommenden Geschäftemachern alleine lassen. Ich kämpfe dagegen, dass jemand an der Beihilfe zum Selbstmord verdienen kann. Es kann außerdem ein gewisser Erwartungsdruck der Umwelt gegenüber alten und kranken Menschen entstehen, sich an eine Sterbehilfeorganisation wenden zu müssen, um ihrer Umwelt »nicht mehr zur Last zu fallen«. Der Gesetzgeber muss das verhindern und ein klares Signal setzen.«

 

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