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Pressemitteilungen 2008

19.12.2008 - Weihnachten hinter Gittern

An Weihnachten werden auch die härtesten Gefangenen schwach

 


»Weihnachten wird auch in sächsischen Gefängnissen gefeiert«, erklärte Justizminister Geert Mackenroth anlässlich des bevorstehenden Festes. »Wenn es draußen weihnachtet, ist für viele Gefangene Unfreiheit und Trennung von Familie und Freunden besonders belastend. Die Mitarbeiter in den sächsischen Justizvollzugsanstalten sorgen auf vielfältige Weise dafür, dass jeder Gefangene die Chance erhält, Weihnachten trotzdem würdig zu feiern. Mein Dank gilt den Bediensteten der Justizvollzugsanstalten und den ehrenamtlichen Mitarbeitern für ihr Engagement, denn auch sie verbringen einen Teil der Weihnachtszeit hinter Gittern.«

In der Weihnachtszeit ist die Betreuung der Gefangenen besonders wichtig. Psychologen, Sozialarbeiter und Seelsorger stehen den Gefangenen in den sächsischen Justizvollzugsanstalten (JVA) gerade an den Feiertagen für Gespräche zur Verfügung. Aber nicht nur die Gefangenen leiden unter dieser Situation. Auch Kinder, Ehefrauen und Ehemänner müssen das Weihnachtsfest zuhause ohne ihre Lieben verbringen. Damit die Familien ihre Angehörigen im Gefängnis ausreichend besuchen können, gelten in dieser Zeit großzügige Besuchsregelungen. Die Anstaltspfarrer und -seelsorger bieten an den Weihnachtsfeiertagen zudem Gottesdienste mit Krippenspielen an.

Schon in der Adventszeit haben die Gefangenen Weihnachtsbäume geschmückt, Plätzchen gebacken und Weihnachtsgeschenke gebastelt. Bedienstete und Gefangene haben Adventsfeiern gestaltet. Ausgewählte Gefangene der JVA Chemnitz durften sich über einen Gruppenausflug auf den Weihnachtsmarkt und einen anschließenden Kinobesuch freuen. In der JVA Zeithain ist die Gefangenzeitung »ZZZ« pünktlich zu Weihnachten mit erhöhter Auflage und einem Extra-Rätselteil erschienen.

Die Jugendstrafgefangenen in der Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen fertigen selbst Weihnachtskarten an, mit denen sie Familienangehörige und Freunde erfreuen möchten. Zusätzliche Weihnachtsfeiern gibt es in den verschiedenen Freizeitbereichen, in denen die Gefangenen gemeinsam mit den Bediensteten auf besinnliche Art Weihnachten feiern. Für einige Gefangene ist das eine völlig neue Erfahrung. Die Jugendstrafgefangenen haben die Möglichkeit zusätzlich einzukaufen. Sie können Weihnachtsgeflügel bestellen, das sie dann gemeinsam zubereiten.

In der JVA Chemnitz wurde ein vorweihnachtlicher Mutter-Kind-Begegnungstag durchgeführt. Am 2. Januar findet im Besucherzentrum der JVA dann ein Vater-Kind-Projekt mit vier Strafgefangenen und ihren Kindern statt (I).

An den Feiertagen werden in den Justizvollzugsanstalten Gottesdienste mit Krippenspielen angeboten. In Görlitz, Leipzig und Waldheim bereichern Posaunenchöre die Gottesdienste. In der Justizvollzugsanstalt Zwickau wird der Chor des ehemaligen Gerhard-Hauptmann-Gymnasiums die Gefangenen mit Weihnachtsliedern erfreuen. In der Justizvollzugsanstalt Bautzen werden an Heiligabend Filme gezeigt. In der JVA Leipzig bekommen die Gefangenen dagegen am 24. Dezember Weihnachtsgeschenkbeutel mit Süßigkeiten überreicht. Darüber freuen sich auch die Gefangenen, die im Haftkrankenhaus liegen. Die Gefangenen der JVA Torgau treffen sich am 25. Dezember zu Gottesdienst und weihnachtlichem Zusammensein mit Anstaltsleiter und Anstaltspfarrer.

Alle Justizvollzugsanstalten bieten über die Feiertage Sportveranstaltungen an. In den Justizvollzugsanstalten Bautzen, Dresden, Chemnitz und Waldheim werden Schachturniere organisiert. Die JVA in Waldheim organisiert am 27. Dezember ein ganztägiges Tischtennisturnier. Die Jugendstrafgefangenen der Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen können ihre Kräfte in Volleyball-, Fußball-, Tischtennis-, Dart-, Skat-, Billard- und Schachturnieren messen. In der Justizvollzugsanstalt Görlitz wird ein Volleyballturnier mit Gefangenen- und Bedienstetenmannschaften angeboten.

Am Heiligen Abend gibt es in den meisten Justizvollzugsanstalten Kartoffelsalat mit Würstchen und an den Weihnachtsfeiertagen gebratenes Geflügel. Auf dem Speiseplan der Justizvollzugsanstalt Dresden stehen beispielsweise am 1. Weihnachtfeiertag
Putenbraten und am 2. Weihnachtsfeiertag Brathähnchen. Am Neujahrestag wird dort traditionell Fisch angeboten.

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(I)   Das Problem der Trennung von Kindern und inhaftierten Vätern tritt nicht nur an Weihnachten auf. Gefangene der  JVA Leipzig haben in diesem Jahr gemeinsam mit dem Verein „Leben ohne Fesseln“ in einem Projekt ein Buch für Kinder von inhaftierten Vätern mit dem Titel „Wir treffen uns im Traum“ geschrieben  und herausgegeben.


 

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