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Pressemitteilungen 2010

06.07.2010 - Prüfungsstress auch hinter Gittern beendet

Auch in den sächsischen Justizvollzugsanstalten sind die diesjährigen Abschlussprüfungen zu einem Ende gekommen. Insgesamt standen 105 Gefangene vor dem Erreichen eines schulischen Abschlusses. Dabei stellten sie sich den gleichen Aufgaben wie die Schüler außerhalb des Vollzuges. Justizstaatssekretär Dr. Wilfried Bernhardt: »Schulische und berufliche Bildung sind ein wesentlicher Bestandteil der Resozialisierung im Strafvollzug. Es kann den Gefangen so nach der Haftentlassung eine bessere Integration in den Arbeitsmarkt ermöglicht werden. Die Bildungsangebote sollen den Inhaftierten die Perspektive bieten, künftig ein Leben ohne Straftaten führen zu können. Daher freue ich mich über die große Anzahl erfolgreicher Absolventen.«

Von den 105 Gefangenen, die sich in diesem Jahr den Prüfungen gestellt haben konnten 89 Inhaftierte mit einer schulischen Qualifikation abschließen. 16 Gefangene erreichten den Hauptschulabschluss, 33 den qualifizierten Hauptschulabschluss und 21 den Realschulabschluss. Weiteren 19 Inhaftierten konnte durch eine erfolgreiche Absolvierung des Berufsvorbereitungsjahres der Hauptschulabschluss zuerkannt werden (I). Neben der Schulbildung stehen den Inhaftierten rund 50 berufliche Qualifizierungsmaßnahmen zur Verfügung (II): Ausgebildet werden die Gefangen in den Berufen Gärtner, Zerspanungsmechaniker, Mechatroniker, Tischler, Maurer, Maler bzw. Bauten- und Objektbeschichter, Fachlagerist, Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, Drucker und Mediengestalter. Die berufliche Ausbildung findet in einer modularisierten Form statt, um die Qualifizierungsmaßnahmen an die unterschiedlichen Haftzeiten anpassen zu können. Im sog. »Sächsischen Qualifizierungspass« zertifizieren die prüfenden Stellen Handwerks-, Industrie- oder Handelskammer die erfolgreich abgeschlossenen Module.

Im Jahr 2009 haben 13 Gefangene einen Berufsabschluss erworben. Sechs Gefangenen in der JVA Bautzen konnte nach dreijähriger Ausbildung zum Tischler der Gesellenbrief überreicht werden. Sieben weitere Gefangene konnten ihre modulare Ausbildung in den Berufen Betriebsinformatiker, Teilezurichter, Elektroinstallateur und Mechatroniker abschließen. Insgesamt haben 613 Inhaftierte ein oder mehrere Module erfolgreich absolviert.

(I)  Die Schulkurse finden derzeit in den Justizvollzugsanstalten Bautzen, Chemnitz und Dresden sowie in der Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen statt.

(II) Die Maßnahmen werden von Bildungsträgern in Gruppen von 10 bis 15 Teilnehmern durchgeführt. Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) sowie aus Haushaltsmitteln des Freistaates Sachsen.
 

 

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