1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

Pressemitteilungen 2011

18.02.2011 - Arbeit und Bildung hinter Gittern

Die Arbeitsbetriebe (I) der sächsischen Vollzugsanstalten erwirtschafteten 2010 Einnahmen in Höhe von 6,947 Mio. €

 


Arbeit ist für Gefangene im Justizvollzug ein wesentlicher Bestandteil der Resozialisierung. Daher unternehmen die sächsischen Justizvollzugsanstalten erhebliche Anstrengungen, um die Inhaftierten entsprechend ihrer Fähigkeiten zu beschäftigen oder in Maßnahmen der Aus- und Weiterbildung einzusetzen. Zum Stichtag 1. Februar 2011 waren 2.003 Gefangene der sächsischen Justizvollzugsanstalten arbeitstätig oder in Ausbildung (II). Das entspricht einer Beschäftigungsquote von 67,5% (III).

Justizminister Dr. Jürgen Martens: »Mit der hohen Beschäftigungsquote in unseren sächsischen Vollzugsanstalten tragen wir zur Resozialisierung der Gefangenen bei und können zugleich einen wichtigen Beitrag zur Entlastung des Steuerzahlers bei den Ausgaben für den Justizvollzug leisten.«

Die Arbeits- und Bildungsmaßnahmen im Vollzug sollen die Erwerbsfähigkeit der Inhaftierten erhalten und fördern, um ihnen nach der Haftentlassung die Integration in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Zudem dient die Arbeit im Justizvollzug der Strukturierung des Tagesablaufes und gibt den Gefangenen die Möglichkeit, Leistung entsprechend ihrer Fähigkeiten zu erbringen.Die Anzahl der beschäftigten Inhaftierten in Eigenbetrieben, in denen unter der Leitung und wirtschaftlichen Verantwortung der Justizvollzugsanstalten Produkte hergestellt und Dienstleistungen erbracht werden, lag zum 1. Februar 2011 bei 311. Der Anteil blieb damit im Vergleich zum Vorjahresverlauf auf dem gleichen Niveau. In den Wirtschaftsbetrieben, die ausschließlich zum Erhalt und der Versorgung der Anstalten dienen, waren 230 Gefangene tätig. Daneben beschäftigten Unternehmerbetriebe 320 Inhaftierte, die Produkte für externe Unternehmen herstellen. Der Anteil dieser Beschäftigtengruppe unterlag im Jahresverlauf 2010 Schwankungen aufgrund der unsteten Auftragslage der Unternehmen infolge der Wirtschaftskrise. Weitere 271 Inhaftierte waren in den Anstalten als Hausarbeiter, etwa mit der Reinigung der Gebäude oder der Essensausgabe beschäftigt. 74 Gefangene in Sachsen gingen einer gemeinnützigen Tätigkeit, etwa in Form der Reinigung öffentlicher Plätze wie den Dresdner Elbwiesen, nach. Durch ihre Arbeitsleistung kommen die beschäftigten Inhaftierten damit zu einem gewissen Anteil für ihre Unterbringungskosten selbst auf. Die Arbeitsbetriebe der sächsischen Vollzugsanstalten konnten im Gesamtjahr 2010 Einnahmen in Höhe von 6,947 Mio. € erwirtschaften. Mit etwa 40 % befindet sich ein großer Anteil der Gefangenen in Ausbildung. Davon sind derzeit 138 Teilnehmer an schulischen und 659 Teilnehmer an beruflichen Bildungsmaßnahmen. Die sächsischen Justizvollzugsanstalten bieten ihre Produkte und Dienstleistungen auch im Internet unter der Adresse www.gitterladen.de an. Zum Leistungsspektrum gehören neben Gartenmöbeln, Grillzubehör, Gemälden und Holzfiguren auch Heimtextilien oder Büromöbel.

--------------------------------------------------------------------------------
(I) Hier berücksichtigt sind Eigen- und Unternehmerbetriebe; die Wirtschaftsbetriebe der Vollzugsanstalten erwirtschaften keinen Mehrwert.
(II) Zum Stichtag lag die Gesamtzahl der Gefangenen in Sachsen bei 3.505.

(III) Die Beschäftigungsquote errechnet sich aus dem Anteil der arbeitenden bzw. sich in Ausbildung befindlichen Gefangenen im Verhältnis zu den Inhaftierten, die zur Arbeit verpflichtet sind. Ausgenommen von dieser Arbeitspflicht sind nach § 41 Abs.1 StVollzG Personen über 65 Jahre sowie werdende und stillende Mütter.

Marginalspalte

Presseservice

Pressesprecher Jörg Herold

  • SymbolTelefon:
    (+49) (0351) 5 64 15 10

Pressestelle Justizministerium

  • SymbolTelefon:
    (+49) (0351) 5 64 15 11
  • SymbolTelefax:
    (+49) (0351) 5 64 16 69
  • presse@smj.justiz.sachsen.de
©