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Pressemitteilungen 2011

15.03.2011 - Justizminister Martens schlägt den Bürgerrechtler Lutz Rathenow für das Amt des Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR vor

Justizminister Dr. Jürgen Martens hat heute dem Sächsischen Kabinett den Bürgerrechtler Lutz Rathenow zur Wahl zum neuen Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR vorgeschlagen. Das Kabinett hat den Vorschlag zustimmend zu Kenntnis genommen. In der nächsten Woche soll den Fraktionen im Sächsischen Landtag Gelegenheit gegeben werden, sich von Herrn Rathenow einen persönlichen Eindruck zu verschaffen, bevor das Kabinett seinen förmlichen Vorschlag an den Sächsischen Landtag weiterleitet. Nach dem Wunsch der Staatsregierung sollte die Wahl noch im März erfolgen.

Lutz Rathenow wurde im Jahr 1952 in Jena geboren. In seiner Heimatstadt nahm er ein Studium als Lehrer für Deutsch und Geschichte auf. Er gründete und leitete den oppositionellen Arbeitskreis Literatur und Lyrik Jena. 1977, drei Monate vor seinem Examen, wurde er aus politischen Gründen exmatrikuliert. Anschließend arbeitete er als Beifahrer und Transportarbeiter beim VEB Carl Zeiss Jena. Ende 1977 zog er nach Ostberlin, wo er beim Theater und als freier Schriftsteller arbeitete. Nach der Veröffentlichung seines Buches »Mit dem Schlimmsten wurde schon gerechnet« in der Bundesrepublik im Jahr 1980 wurde er verhaftet und in das zentrale Untersuchungsgefängnis des Staatssicherheitsdienstes verbracht. Aufgrund von Protesten wurde er zehn Tage später wieder aus der Haft entlassen. Er blieb in der DDR und engagierte sich unter anderem mit Bärbel Bohley und Gerd Poppe in der »Initiative Frieden und Menschenrechte«. Nach der friedlichen Revolution wurde ihm im Januar 1992 zusammen mit der formellen Rehabilitierung von der Jenaer Universität nachträglich das Abschlussdiplom verliehen. Lutz Rathenow arbeitet als Lyriker, Kinderbuch- und Prosaautor sowie Rundfunkkolumnist in Berlin.

Justizminister Dr. Jürgen Martens: »Lutz Rathenow ist aufgrund seines biographischen Hintergrundes und seiner hohen Qualifikation für das Amt des Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR hervorragend geeignet. Sein Lebenslauf macht deutlich, dass er die dem Landesbeauftragten zukommende Aufgabe nicht mit akademischer Distanz, sondern aufgrund persönlicher Erfahrung erfüllen kann.«

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