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Pressemitteilungen 2007

05.10.2007 - Neue Jugendstrafanstalt Regis-Breitingen feierlich übergeben

- Eine der modernsten Anstalten in Deutschland nimmt Arbeit auf -

Sachsens Justizminister Geert Mackenroth und der Abteilungsleiter für Landesvermögen und Staatshochbau im Finanzministerium, Wolf Karl Reidner, haben heute gemeinsam die neue Jugendstrafanstalt Regis-Breitingen eingeweiht. Im Rahmen einer Feierstunde wurde der neue Gebäudekomplex übergeben. Unter Leitung des Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) wurde damit ein Projekt abgeschlossen, das drei Jahre Bauzeit in Anspruch genommen hat.

Justizminister Geert Mackenroth: »Der Neubau ist sichtbarer Ausdruck des erfolgreichen sächsischen Wegs zu einem modernen, am Erziehungsgedanken orientierten Jugendstrafvollzug. Wir wollen den Jugendstrafvollzug in Sachsen nicht nur baulich, sondern auch gesetzlich auf eine neue Grundlage stellen. Der Entwurf des sächsischen Jugendstrafvollzugsgesetz, den wir in den Landtag eingebracht haben, schreibt unsere bewährte sächsische Vollzugspraxis gesetzlich fest. Hier in der Jugendstrafanstalt Regis-Breitingen werden wir unser modernes und sicheres Resozialisierungskonzept für den Jugendstrafvollzug in die Praxis umsetzen.«
 
Reidner: »Die Vision einer »transparenten« Einrichtung ist hier Wirklichkeit geworden: Zum ersten Mal besitzt eine Haftanstalt dieser Größe keine Mauer, sondern einen »transparenten«, sichtdurchlässigen Zaun. Die Gebäude wirken dadurch von den umliegenden Ortschaften aus gesehen unauffällig und fügen sich gut in die Landschaft ein.«

Die neue Jugendstrafanstalt Regis-Breitingen verfügt über einen Außen- und Innenbereich. Zum Außenbereich zählen die Außensicherung, das Schließgebäude und die Parkplätze. Im Innenbereich befinden sich die Unterkünfte, die Werkstätten, die Verwaltung, der Einkaufsbereich, der Sozialtrakt, die Schul- und Freizeitbereiche und die Freiflächen mit der Sporthalle.

Insgesamt besteht die Jugendstrafanstalt aus zehn Gebäuden und vier verschiedenen Hafthäusern. Darin werden 376 Haftplätze vorgehalten, 326 davon im geschlossenen Vollzug, 30 im offenen Vollzug und 20 im Jugendarrest. Betreut werden die jugendlichen Straftäter von über 200 Mitarbeitern aus den verschiedenen Fach- und Verwaltungsdiensten.

Einige Details zu Fragen der Sicherheit: Die Elektrik und die Sicherheitstechnik sind mit mehrfach redundanten Systemen ausgerüstet. Würde also ein System ausfallen, wäre die Überwachung trotzdem durch ein anderes System, das ersatzweise einspringt, gesichert. Neben Detektoren im Sicherheitszaun und elektrischen Schlössern sorgen auch insgesamt 130 installierte Kameras für Sicherheit. Der Innenbereich der Anstalt ist durch einen Dreifachzaun gesichert.
 
In der Anstalt gibt es 130 Plätze für den Real-, Haupt- und Förderschulunterricht und 150 Plätze für die Teil- und Facharbeiterausbildung zum Maler, Maurer, Gärtner, Schlosser, Steinmetz oder Zweiradmechaniker. Für nur bedingt arbeits- und ausbildungsfähige Gefangene steht ein arbeitstherapeutischer Bereich zur Verfügung.

Baubeginn für die neue Jugendstrafanstalt Regis-Breitingen war Oktober 2004. Aus über 30.000 Kubikmetern Beton und 4.000 Tonnen Stahl entstanden die Rohbauten, die eine Fläche von 18.000 Quadratmetern - das entspricht fast drei Fußballfeldern - umfassen. Außerdem wurden 400.000 Klinkersteine vermauert. Die Kosten der Baumaßnahme belaufen sich auf rund 60,6 Millionen Euro. Sie werden gemeinsam vom Freistaat Sachsen und vom Bund getragen.

Seit 1991 hat Sachsen für Baumaßnahmen im Justizvollzug 392 Millionen Euro investiert. 72 Millionen Euro flossen zum Beispiel in den neue JVA in Dresden, 30 Millionen Euro in die Sanierung der JVA Leipzig.

Am 1. September 2007 befanden sich in den zehn sächsischen Jutsizvollzugsanstalten 3.769 Gefangene, davon 377 Jugendstrafgefangene. Von den 342 männlichen und 35 weiblichen Jugendstrafgefangenen waren 29 zwischen 14 und 18 Jahre alt.

Abschließend wurde allen am Bau Beteiligten - den Planern und Architekten, den Bau- und Ausbaufirmen und den Mitarbeitern des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, Niederlassung Leipzig I, - für ihre Arbeit und ihr Engagement gedankt.

Zur Geschichte des Standortes:

Die Jugendstrafanstalt Regis-Breitingen befindet sich auf des Gelände eines ehemaligen Braunkohletagebaus. Dieser wurde stillgelegt, in den 60er Jahren verkippt und mit einer Strafvollzugsanstalt überbaut. 1992 wurde diese geschlossen und abgerissen. Nun ist auf diesem Gelände wieder eine Strafanstalt errichtet worden, im Unterschied zu früher aber eine Anstalt für Jugendliche.

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