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Bewährungsstrafen

§ 56 StGB regelt die Aussetzung einer Freiheitsstrafe zur Bewährung. Nur Freiheitsstrafen mit einer Dauer von bis zu zwei Jahren können zur Bewährung ausgesetzt werden. Die Bewährungszeit (§ 56a StGB) liegt zwischen zwei und fünf Jahren. Mit Ablauf der Bewährungszeit wird die Strafe gemäß § 56g StGB erlassen, sofern es nicht zu einem Widerruf der Strafaussetzung zur Bewährung gemäß § 56f StGB gekommen ist.
Verhängt ein Gericht gegen einen Straftäter eine Freiheitsstrafe, so heißt dies also nicht automatisch, dass der Verurteilte die Strafe auch tatsächlich verbüßen muss. Unter bestimmten Voraussetzungen ist es dem Gericht möglich, die Vollstreckung der Freiheitsstrafe zur Bewährung auszusetzen. Dies bedeutet, dass die Strafe - jedenfalls zunächst - nicht angetreten werden muss. Vielmehr kann sie ohne Verbüßung erlassen werden, wenn der Verurteilte innerhalb eines bestimmten Zeitraums - der vom Gericht festgesetzten Bewährungszeit - keine weiteren Straftaten begeht und die vom Gericht erteilten Auflagen und Weisungen (z.B. Zahlung eines Geldbetrages zugunsten einer gemeinnützigen Einrichtung, Schadenswiedergutmachung) ordnungsgemäß erfüllt.