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Pflicht zur Aussage

Ein Zeuge ist grundsätzlich verpflichtet, bei der Staatsanwaltschaft ober vor Gericht Angaben zu machen. Von dieser Regel gibt es lediglich wenige Ausnahmen. Das Recht, das Zeugnis zu verweigern, haben z. B. Eltern, Kinder, Ehegatten, Verlobte und sonstige nahe Angehörige einer Partei oder eines Beschuldigten (§ 52 StPO). Ein Zeuge braucht auch auf solche Fragen keine Angaben zu machen, durch deren Beantwortung er sich selbst oder einen nahen Angehörigen in Gefahr bringen würde, wegen einer Straftat oder einer Ordnungswidrigkeit verfolgt zu werden (§ 55 StPO). Dieses Auskunftserweigerungsrecht kann auch die gesamte Aussage umfassen.
Darüber hinaus kann ein Zeuge die Beantwortung einzelner Fragen ausnahmsweise auch dann verweigern, wenn sie ihm oder einem nahen Angehörigen zur Unehre gereichen würde (§ 68a StPO).

Bei nicht berechtigter Aussageverweigerung kann zur Erzwingung einer Ausage Beugehaft angeordnet werden (§ 70 Abs. 2 StPO).

Bei fehlendem Zeugnis- oder Auskunftsverweigerungsrecht bzw. wenn von einem solchen nicht Gebrauch gemacht wird, besteht für einen Zeugen die Pflicht wahrheitsgemäß und vollständig auszusagen, die in Ausnahmefällen auch zu beeiden ist. Unabhängig von der Vereidigung ist eine wahrheitswidrige oder unvollständige Aussage vor Gericht stets eine Straftat, für die das Gesetz erhebliche Strafen  vorsieht.