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Rechte, die allen Verletzten / Geschädigten einer Straftat zustehen

Sie können einen Rechtsanwalt beauftragen, der Sie im Verfahren vertritt. Dieser darf zum Beispiel die Akten einsehen, während Ihrer Vernehmung anwesend sein und Sie unterstützen. Das Gericht kann zur Wahrung der Interessen unter bestimmten Voraussetzungen einen Rechtsanwalt für die Dauer der Vernehmung beiordnen (§ 68 b StPO). Im Regelfall aber müssen Sie die Kosten für Ihren Rechtsanwalt selbst tragen.

Dem Verletzten ist auf Antrag der Ausgang des Verfahrens mitzuteilen. Insbesondere kann der Verletzte erfahren, ob dem Verurteilten die Weisung erteilt wurde, jeden Kontakt zum Verletzten zu unterlassen. Bei Darlegung eines berechtigten Interesses, kann der Verletzte auch erfahren, ob oder welche freiheitsentziehenden Maßnahmen angeordnet worden sind, oder ob Vollzugslockerungen oder Urlaub gewährt werden.

Der Verletzte erhält auf Antrag Auskünfte und Abschriften aus der Akte, wobei er allerdings sein berechtigtes Interesse dartun muss. Akteneinsicht erhält nur der Rechtsanwalt.

Der Verletzte oder sein Erbe kann im Strafverfahren einen vermögensrechtlichen Anspruch (z. B. einen Schadensersatz- oder Schmerzensgeldanspruch) gegen den Angeklagten geltend machen, wenn dieser zum Tatzeitpunkt älter als 18 Jahre alt war (§ 403ff. StPO). Im sog. Adhäsionsantrag muss der Verletzte ausführen, was er vom Angeklagten fordert und warum. Zudem sollte der Antrag die notwendigen Beweismittel enthalten.