Die sechs Künstler*innen Astrid Homuth, Beate Nobis, Doreen Grün, Uwe Graalfs, Ute Nussbaum und Sylvia Gatz der Künstlergruppe ABDUKUS lernten sich an der Abendakademie der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig kennen. Seit 2023 machen sie mit fortlaufenden Gemeinschaftsausstellungen auf sich aufmerksam. Unterschiedliche Lebenswege und künstlerische Erfahrungen prägen die individuellen Handschriften der Künstler*innen. Gegenseitige Unterstützung und Austausch stehen im Fokus der gemeinsamen Arbeit. Dabei geht es auch um Kompetenzentwicklung, Professionalisierung und die Frage, wie die künstlerische Praxis im Spannungsfeld zwischen Individuum und Kollektiv Wirkung entfalten kann. Wird die künstlerische Autonomie des oder der Einzelnen durch Gruppenarbeit gestärkt oder gerät sie in Gefahr sich zu verlieren? Bezugnehmend auf den Ausstellungsort trägt die aktuelle Ausstellung den Titel „Glaubhafte Märchen“. Die Künstler*innen untersuchen die Beziehung zwischen Authentizität und Manipulation in zeitgenössischen Bildwelten. Im Zentrum steht die Frage, wie Bilder Glauben erzeugen oder unterlaufen. Es entsteht ein Raum, der die Sinne herausfordert. ABDUKUS bewegt sich dabei bewusst zwischen „erlogener Wirklichkeit“ und „unrealer Wahrheit“ und knüpft an Pablo Picassos berühmten Satz an: „Kunst ist eine Lüge, die uns die Wahrheit erkennen lässt.“ Die Ausstellung lädt dazu ein, die eigenen Sehgewohnheiten zu hinterfragen und sich bewusst auf die Illusion der Kunst einzulassen. Denn vielleicht liegt gerade in der Täuschung ein Funken Wahrheit oder zumindest die Möglichkeit, die Welt für einen Moment anders zu sehen.