Justiz in Sachsen - Kunst aus dem Justizbereich
  1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

Kunst aus dem Justizbereich

Kunsttherapie mit jugendlichen Strafgefangenen in der Justizvollzugsanstalt Zeithain:

Seit Februar 1997 besteht die Möglichkeit einer kunsttherapeutischen Behandlung jugendlicher Strafgefangener in der Justizvollzugsanstalt Zeithain. Innerhalb eines dreimonatigen Zyklus nehmen 40 - 45 Jugendliche an dem therapeutischen Angebot teil. Die Teilnahme ist zunächst freiwillig und in Einzelbetreuung und Gruppenarbeit möglich. Ebenso kann eine Krisenintervention zum Abbau emotionaler Spannungen und Erreichung ausreichender psychischer Stabilität stattfinden. Gute Erfahrungen sind mit der Begleitung in der Phase der Entlassung gemacht worden. Hier ist es möglich, Ängste, sowie Unsicherheiten deutlich zu machen und zu bearbeiten.

Ein allgemeines Ziel von Kunsttherapie ist es, über die bildnerische Ausdruckskraft und das kreative Potential des Klienten einen Zugang zu seiner Persönlichkeit zu finden und in schwierigen Lebenssituationen ein höheres Maß an Autonomie in der persönlichen Lebensgestaltung zu ermöglichen.

Für jeden Klienten formen sich daneben zusätzliche individuelle Schwerpunkte heraus. Die Jugendlichen haben die Möglichkeit Grenzen zu erlernen, mit Frustrationen umzugehen und Ängste zu formulieren. Innerhalb der Gruppenarbeit ist die Herausbildung sozialer Kompetenzen ein wichtiger therapeutischer Aspekt. Hier steht die Differenzierung der sozialen Wahrnehmung und die konstruktive Lösung von Konflikten mit der Hilfe gestalterischer Medien im Vordergrund. Für Jugendliche mit einer Sucht, sozialer, Selbstwert-, sowie Gewaltproblematik bietet die kunsttherapeutische Arbeit mit verschiedenen Materialien und Techniken ein komplexes Trainingsfeld der jeweiligen Defizite.

Die Kunsttherapie ermöglicht weiterhin eine Übung der Konzentrationsfähigkeit, der Ausdauer, des Planungsverhaltens und der Geschicklichkeit.

Aufgaben der Kunsttherapeuten

  • Kenntnis über menschliche Entwicklungsmöglichkeiten und deren bildnerischer Ausdruck im Spannungsfeld von Normalität und Störung.
  • Kenntnis über Erscheinungsformen, Entstehung, Diagnostik und Behandlung von Krankheiten und psychischen Störungen.
  • Wissen und Erfahrung über die Wirkfaktoren von Kunst in therapeutischen Zusammenhängen.
  • Das Beherrschen eines möglichst großen Repertoires an kunsttherapeutischen Verfahren und Techniken, sowie das Wissen um deren Zielgruppen und störungsspezifischen Anwendungsformen.
    Kunsttherapie allgemein

In der Kunsttherapie wird das kreative Potential in schwierigen Lebenssituationen gestärkt. Dadurch wird ein höheres Maß an Autonomie der eigenen Lebensgestaltung ermöglicht.

Beim grafischen und malerischen Arbeiten, beim Plastizieren oder Collagieren spüren Patienten/ Klienten ihre Stärken, aber auch ihre Blockaden.

Wenn die Patienten/ Klienten spüren, dass sie sich ausdrücken können, dass ihr Inneres in eine Form gebracht und zugelassen werden kann, gewinnen sie Selbstvertrauen und die Zuversicht, ihr Leben selbst beeinflussen zu können.
Die Bereitschaft, sich auch die konflikthaften Bereiche des eigenen Lebens anzueignen, entsteht.

Der bildnerisch gestaltete Umgang mit Wirklichkeit ist in der Therapie so wichtig, weil immer mehr Störungen zunächst verbal nicht fassbar sind. Der innere Prozess im gestalterischen Arbeiten ist gleichwertig dem Produkt gestellt.

    Bild 1
      Bild 2
        Bild 3
          Bild 4