Mitglieder
Nachruf

Am 30.September 2026 ist Herr Bernd Günther, der seit 2021 Mitglied des Sächsischen Normenkontrollrats war, im Alter von 76 Jahren verstorben.
Herr Günther wurde 1950 geboren und erlernte in Leipzig zunächst den Beruf des Betonfacharbeiters. Daneben engagierte er sich bereits früh in der Gewerkschaftsarbeit und machte diese zu einem Schwerpunkt seines beruflichen und gesellschaftlichen Wirkens.
Auf seinem weiteren Berufsweg nahm er das Studium der Gesellschaftswissenschaften auf und schloss dieses im Jahr 1990 mit dem Diplom ab. Die Umbrüche der friedlichen Revolution und die damit verbundenen tiefgreifenden Veränderungen in Staat und Gesellschaft gestaltete er aktiv mit.
Insbesondere in den Aufbau demokratischer Gewerkschaftsstrukturen brachte er seine Erfahrungen und Überzeugungen mit großem Engagement ein und war hier in verantwortungsvollen Positionen tätig. So leitete er als Geschäftsführer in Leipzig zunächst die Industriegewerkschaft Bau-Steine-Erden, ab 1996 die neu entstandene Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau).
Seine vielfältigen Erfahrungen und sein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein für Staat und Gesellschaft kennzeichneten auch im Sächsischen Normenkontrollrat die Arbeit von Herrn Günther. In diesem Gremium war er ein allseits geschätzter Gesprächspartner, dessen fachliche Kompetenz, Urteilsvermögen und Zuverlässigkeit große Anerkennung fanden. Mit seinen Überzeugungen, seiner sachorientierten Arbeit, seinem abgewogenen Urteil und seiner Fähigkeit zum Kompromiss leistete er einen wesentlichen Beitrag zur Arbeit des Normenkontrollrats.
Wir nehmen Abschied von einem engagierten und aufrichtigen Menschen, seine Erfahrungen und seine liebenswürdige Persönlichkeit werden uns fehlen. Wir werden uns dankbar an ihn erinnern.
Der Sächsische Normenkontrollrat besteht aus sechs Mitgliedern, welche für eine Amtszeit von drei Jahren berufen werden. Eine erneute Berufung ist einmal zulässig.
Die Mitglieder sollen den Bereichen der Politik, der Wissenschaft, der Wirtschaft und der Kommunen sowie zivilgesellschaftlichen Gruppen entstammen. Frauen und Männer sollen gleichermaßen vertreten sein.
