Justiz in Sachsen - Schulische und berufliche Bildungsmaßnahmen
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Schulische und berufliche Bildungsmaßnahmen

Logokombination EU-ESF

Unterstützung der EU und des ESF

    Ziel des Justizvollzuges ist, "die Gefangenen zu befähigen, künftig in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen" (§ 2 SächsStVollzG). Dies soll mit und in einem wirkungsorientierten und modernen Strafvollzug geschehen, der klar auf die Resozialisierung der einzelnen Gefangenen und auf deren individuelle Bedürfnisse ausgerichtet ist. Die Auseinandersetzung der Gefangenen mit ihren Straftaten sowie die von Anbeginn der Haft orientierte Eingliederung in das Leben in Freiheit sind Kernelemente der Vollzugsgestaltung (vgl. § 3 SächsStVollzG). Daher kommt der schulischen und beruflichen Qualifizierung eine entscheidende Bedeutung hinsichtlich der Verbesserung der Eingliederungschancen der Gefangenen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu (§ 21 SächsStVollzG, § 37 SächsJStVollzG, § 22 SächsSVVollzG, § 24 SächsUHaftVollzG).

    Die entsprechenden Rechtsvorschriften finden Sie hier:

    In den sächsischen Justizvollzugsanstalten Bautzen, Chemnitz, Dresden, Torgau sowie in der Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen können geeignete Gefangene an Vorbereitungskursen zum Erwerb des (qualifizierenden) Hauptschul- oder Realschulabschlusses im Rahmen der Schulfremdenprüfung teilnehmen. Darüber hinaus wird in der Justizvollzugsanstalt Chemnitz und in der Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen ein Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) angeboten, welches den Gefangenen bei ihrer beruflichen Orientierung helfen und als Grundlage für die weitere Entscheidung über die Aufnahme einer späteren beruflichen Qualifizierung dienen soll. Die Prüfungen zum Erwerb der entsprechenden Schulabschlüsse werden in Zusammenarbeit mit dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus, den zuständigen Regionalstellen der Sächsischen Bildungsagentur und den Partnerschulen der jeweiligen Justizvollzugsanstalten entsprechend der Verordnung des Sächsischen Staatsministerium für Kultus abgenommen. Bei erfolgeichem Bestehen der BVJ-Prüfung kann der Hauptschulabschluss zuerkannt werden.

    Neben den Kursen zum Erwerb von Schulabschlüssen werden in den einzelnen Justizvollzugsanstalten Alphabetisierungsmaßnahmen für Gefangene angeboten. Diese werden in der Regel auf der Grundlage der ESF-Richtlinie des Sächsischen Staatsministerium für Kultus durchgeführt und auch aus dortigen EU- und Landesmitteln bezahlt.

    Hier gelangen Sie zu Alphabetisierung:

    ESF Logo Europäischer Sozialfond

    schulische und berufliche Bildungsmaßnahmen

      Die angebotenen beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen sowie sozialpädagogischen Vorhaben werden aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) sowie aus Haushaltsmitteln des Freistaats Sachsen finanziert und vorrangig von externen Bildungsträgern durchgeführt. Die Gefangenen können im Rahmen der beruflichen Qualifizierungen mehrmonatige Module absolvieren, welche die wesentlichen Kompetenzbereiche des einzelnen Berufsbildes in Fachtheorie und -praxis umfassen. Der erfolgreiche Abschluss der einzelnen Module wird den Gefangenen von den jeweils prüfenden Stellen (Handwerks- oder Industrie und Handelskammer) im sog. "Sächsischen Qualifizierungspass" zertifiziert, der die Grundlage für die Zulassung des Gefangenen zur sog. Externenprüfung ist.

      Berufliche Qualifizierungsmaßnahmen werden bspw. in den folgenden Berufsfeldern angeboten:

      • Holz
      • Metall, Maschinenbau und CNC
      • Elektrotechnik
      • Farbe und Raum
      • Transport, Lager und Logistik
      • Verwaltung, Büro, Datenverarbeitung
      • Garten- und Landschaftsbau
      • Koch
      • Bau
      • Gebäudereinigung
      • Bekleidung.

      Zusätzlich haben die Gefangenen die Möglichkeit, weitere Zertifikate im Rahmen der entsprechenden Qualifizierungsmaßnahmen zu erhalten:

      • Europäischer Computerführerschein
      • Fahrerschulung zum Erwerb des Gabelstaplerscheins/Stapelscheins
      • TSM-Maschinenlehrgänge 1-3 der Holzbearbeitung
      • Baggerführerschein
      • Hubarbeitsbühnenschein
      • Motorsägen-/Freischneiderausbildung.

      In den Justizvollzugsanstalten Waldheim, Torgau und Zeithain sowie in der Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen werden Qualifizierungsmaßnahmen zum Erwerb der Berechtigungen für verschiedene Schweißverfahren vorgehalten. Eine dreijährige Berufsausbildung zum Tischler in der JVA Bautzen ergänzt die Angebote der schulischen und beruflichen Bildung. In der Justizvollzugsanstalt Dresden wird seit April 2017 eine 2-jährige Umschulung zum Bäcker angeboten.

      In den sozialpädagogischen Vorhaben erlernen die Gefangenen Grundkompetenzen u.a. im Umgang mit Behörden/Ämtern, mit digitalen Medien, zur Strukturierung des Alltags sowie lebenspraktische Fähigkeiten. Weiterhin werden sie durch soziales Kompetenz- und Bewerbungstraining auf die Entlassung sowie auf die Zeit nach der Haft vorbereitet.

      Hier gelangen Sie auf die Seiten zur Förderung:

      Zur Unterstützung der abschlussbezogenen schulischen sowie beruflichen Bildungsmaßnahmen sowie für die Nutzung im Bereich Freizeit, Sozial-, Alltags- und Medienkompetenzentwicklung wird in den Schulstandorten des sächsischen Justizvollzuges das Projekt "elis" (e-learning im Strafvollzug - ein Service-Dienst des Instituts für Bildung in der Informationsgesellschaft gGmbH (IBI)) eingeführt. Neben den visuellen Lerninhalten im Bereich der schulischen und beruflichen Bildung stehen Lerninhalte zur Medien- und Sozialkompetenz sowie geschützte Zugänge ins Internet zur Verfügung. Gefangenen wird damit die Möglichkeit gegeben, praxis- und lebensnah Kompetenzen im Bereich digitaler Medien zu erwerben, zu erweitern und diese auch längerfristig zu halten.

      Hier gelangen Sie zu e-learning: